Mitarbeiter unter Corona-Verdacht – Entgeltfortzahlung ja oder nein?

Mitarbeiter Corona Entgelt

 

Die derzeitige Situation rund um COVID-19 führt zu zahlreichen Herausforderungen für Personalabteilungen – etwa, was passiert, wenn bei MitarbeiterInnen der Verdacht auf Corona besteht. Die große Frage lautet nämlich: Entgeltfortzahlung ja oder nein? Wir haben für Sie eine Handlungsanleitung ausgearbeitet.

Ausgangsproblem: Corona-Verdachtsfall

Beispiel: Eine Mitarbeiterin war mit ihrem Bruder spazieren. Ein paar Tage später erfährt der Bruder, dass er an COVID-19 erkrankt ist (und es vermutlich zum Zeitpunkt des Spazierganges schon war). Die Mitarbeiterin ruft bei:

  • Variante I) der Gesundheitshotline 1450
  • Variante II) der Gesundheitsbehörde (Bezirksverwaltungsbehörde)

an und erhält die Auskunft, dass sie „sicherheitshalber zu Hause“ bleiben soll. Einen Bescheid zur „Absonderung“ erhält sie (noch) nicht, auch liegt zu diesem Zeitpunkt kein positiver Corona-Test vor.

 

Rechtlicher ‘Normalfall’

Kann die Mitarbeiterin aus bestimmten Gründen (z.B. Krankenstand, Begräbnis, Pflege kranker Kinder etc.) nicht zur Arbeit erscheinen, liegt ein anerkannter „Dienstverhinderungsgrund“ vor, sie bekommt ihr Gehalt weiterbezahlt. Doch im hier geschilderten Fall trifft keiner dieser Gründe zu.

 

Bisherige Praxis

Problematisch ist so ein Fall, wenn Home-Office nicht möglich oder erwünscht ist. Oft wurde in solchen Fällen Zeitausgleich oder Urlaub vereinbart – hier müssen jedoch beide Parteien zustimmen. Auch kann der Arbeitgeber hart bleiben und (rechtlich gedeckt) darauf bestehen, dass die Mitarbeiterin in der Arbeit erscheint. Doch abgesehen von hohen Aufwendungen zum Schutz der anderen Mitarbeiter (etwa ein eigenes Büro oder Trennwände), falls die Mitarbeiterin doch Corona-positiv sein sollte, kann dies das Arbeitsklima gefährden.

 

Lösungsansatz – Entgeltfortzahlung ja oder nein?

Um diesen Interessenskonflikt für Arbeitnehmerin und Arbeitgeber zufriedenstellend zu lösen, empfiehlt sich aus unserer Sicht eine eigene, schriftliche Vereinbarung aufzusetzen, in der festgelegt wird, dass:

  • die Mitarbeiterin ohne Arbeitsleistung zu Hause bleiben darf
  • das Entgelt unter Vorbehalt weiter ausbezahlt bekommt bis
    • sie Corona-positiv (und damit erkrankt ist) oder
    • sie einen Quarantäne-Bescheid vorlegen kann, aufgrund dessen sie nicht hinaus darf („Absonderungsbescheid“).

 

Sollte weder eine Erkrankung, noch ein Quarantäne-Bescheid ausgestellt werden, so wird diese Zeit rückwirkend als unbezahlte Zeit zu Hause bewertet. Das ist im Ergebnis sachgerecht, da

  • die Mitarbeiterin sich und andere nicht in Gefahr bringt
  • der Arbeitgeber nicht Entgelt für Zeiten zahlt, in denen er dazu nicht verpflichtet ist.

 

Für Rückfragen zu diesem Thema steht Ihnen Ihr HR-Services Team der TMF jederzeit gerne zur Verfügung.

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